Kunstkritik

© Tina Wiegand

Wenn einer in die Landschaft kotzt,
wird es umrahmt und angeglotzt
Kunst nennt man das in diesen Tagen
Damit erübrigen sich Fragen

So fängt ein jeder, der nichts kann
zunächst einmal als Künstler an
Grunzen, furzen, Eierschaukeln,
Kacken, Rülpsen, Muschigaukeln,
Auch wenn‘s einer gar nicht glaubt
Alles ist ab jetzt erlaubt

Die Rechte der Persönlichkeit
Tritt man aus Bequemlichkeit
Grenzüberschreitung? Lass mal stecken!
Kunst bedeutet, anzuecken
Die Kanzlerin mutiert zum Ferkel
Der Zufall reimt das Wort auf Merkel

Diplomatischer Erfolg?
Wen juckt das – wissend ist DAS VOLK
Es weiß, dass alles einfach ist
Die Politik, die macht nur Mist
Darum auch der neuste Kick:
Kunst statt Außenpolitik

Dem Kenner wird nun bang und banger
Das Volk stellt Leute an den Pranger
Ergeilt sich an Demütigung
An Shitstorm und Beleidigung.
Holt Psychofolter aus der Lade
Ist sich für keinen Schmutz zu schade.

Das Geschrei macht Menschen krank
Und die Nerven liegen blank
Doch was juckt‘s den Folterknecht
Der beruft sich auf sein Recht
Meinungsfreiheit nennt man das
Tu, was wir wollen, sonst wird es krass

Es sieht, wer ruhig und ehrlich ist
Das Volk, das ist ein Terrorist
Im Antlitz Psychischer Gewalt
Ist es grausam, ist es kalt
Sucht sich seine Opfer aus
Schlachtet sie und nimmt sie aus

Es wirkt fast so, wie ein Orgasmus
Den es braucht, weil etwas raus muss
Mit Kunst hat all das nichts zu tun
Sondern mit Lust an Perversion

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