Wunder in Orange

von Tina Wiegand

2018 soll ein Jahr werden, in dem ich so oft wie möglich auf Wunderjagd gehe. Ich möchte die vielen kleinen Wunder im Alltag aufstöbern, sie mir – und Ihnen – bewusst machen, in Worte und Bilder fassen. Über der emotionalen Belastung durch die politische Entwicklung,  die unaufhaltsame Machtübernahme der pervertierten Finanzwelt mit ihrer voyeuristischen Digitalisierung, habe ich zeitweise vergessen zu staunen. Damit ist jetzt Schluss. Ich kann die Entartung der Welt nicht aufhalten. Aber ich kann aufhören, meine Aufmerksamkeit ausschließlich in dieses Fass ohne Boden, in dieses schwarze, energieschluckende Loch zu kippen. Man kann seine Aufmerksamkeit an Fakten fesseln, die Energie rauben oder an Fakten, die Energie geben. Die Wunder des Alltages gehören zu den Dingen, die Energie geben. Ergo, hier ein weiteres Ergebnis meiner Wunderjagd. Die Orange.

Meine Großmutter erzählte mir von den Weihnachtserlebnissen ihrer Kinderzeit um 1915, in denen ihr größter Genuss eine Orange war, an der sie stundenlang schnüffelte. Das half gegen die Depression der Zeit und sie hatte das große Glück, einmal während des 1. Weltkrieges eine Orange zu erhalten, die ihr das Gefühl gab, das reichste Kind der Welt zu sein. Bis in die 90iger konnte sie die Erinnerung an diese eine Orange bewahren und sie lächelte jedes mal, wenn sie von dieser Orange an Weihnachten berichtete.

Ist es nicht spannend, dass gerade rechtzeitig zum Winter Früchte reif werden, die uns die dunkle Jahreszeit versüssen? Orangen speichern das Licht des Sommers und werden erst reif, wenn es nachts richtig frostig wird. Das kann uns ein Sinnbild sein.

– Wir können schöne Erinnerung in uns speichern und selbst zum Lichtspender werden, wenn die Sonne hinter den Wolken verschwindet. Alles, was wir tun müssen ist, die Schatzkiste unserer guten Erinnerungen zu öffnen, darüber zu berichten und andere an die guten Dinge zu erinnern.

– Wenn es kalt wird, wird die Orange automatisch süss und reif. Wir könnten uns nun in die philosophische Diskussion über die Freiheit des Willens einer Orange versteigen. Aber ich befürchte, Orangen leben nicht ganz so demokratisch wie wir und das Wetter hat einen größeren Einfluss auf ihr Reifestadium, als die orangen Knirpse selbst. Manch einer von unsereiner wird in der Kälte  sauer oder bitter… Naja, auch Freiheit des Willens hat ihre Schattenseiten. Sind wir also froh, dass freie Willensentscheidung nicht zentrales Thema der Orange in Bezug auf ihre Reife ist. Süss ist besser für uns. 🙂

Als ich letzten Sommer beschloss, die Farbe orange zu tragen, wurde mir tatsächlich unterstellt, dass ich zur Baghwang Sekte gehöre. Dabei habe ich, im Gegensatz zu dieser Sekte, gar keinen Bart. Falls diese spirituelle Gruppe tatsächlich die Farbe orange gepachtet hatte, dann hab ich sie ihnen gemopst. Osho war gestern. Wenn Sie heute auch ein wenig Soulfit werden wollen, join me in  orange. 🙂

Die Orange hat viele gesundheitsfördernden Eigenschaften:

– gegen die Wintergrippe hat sie eine Menge Vitamin C zu bieten.

– Das Aroma der Orangen wird in der Aromatherapie gegen Depressionen verschrieben.
– Für alle, die sauer sind, kann die bittere Schale der süssen Frucht eine gute Unterstützung für die Leber sein und so manches Mütchen kühlen. Nicht umsonst laben sich die wenig sonnen-verwöhnten Briten an Orangenmarmelade, in denen sie die Schalen mit verarbeiten. Britischer Humor ist schwarz und bitter, wie die Orangenschale. Aber das ist bestimmt ein Zufall.
– Die Farbe Orange ist mit dem Sexual Chakra verbunden, dem zentralen Energiezentrum unter dem Nabel, von dem die Lebensfreude ausgeht. Tatsächlich fördert oranges Licht die gute Laune und die Vitalität.
– Auch als anregendes, vitalisierendes Aphrodisiakum ist die Orange gut zu gebrauchen.
– eine Orange in braunen Zucker gepresst gibt ein wunderbar duftendes Körperpeeling. Wer seiner Gesichtshaut einen Frischekick geben will, reibt das Gesicht vorsichtig mit einem Stückchen Orange ab und lasst den Saft ein paar Momente einwirken. Danach mit lauwarmem Wasser abwaschen und, wie gewohnt, eincremen.
– Orangensaft im Salatdressing mit Kürbiskernöl ist ebenfalls ein Gedicht.
– Orange mit Zimt, Cardamon und Nelken ist der ultimative Weihnachtsgenuss. Wer das Klima in seiner Wohnung aufheitern möchte, kann eine Orange mit Nelken spicken und aufhängen. Da ist gleichzeitig ein kleiner Gewürzkick mit drin.
– ein paar Scheiben Orange im tägliche Trinkwasser schicken einen lichtvoll-köstlichen Sommergruß in den Winteralltag.
– Ein Spritzer Orangensaft im Kakao gibt der Sache eine weiter leckere Note. Wer das Herbe mag, der schnippelt auch ein Stückchen Schale dazu.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat im letzten Jahrzehnt ein wunderbarer Wissenschaftler von sich reden und eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: das Biophotonen, also Lichtteilchen in allen lebenden Zellen. Prof. Dr. Albert Popp erklärte, dass wir, gemäss seinen Entdeckungen, Licht mit der Nahrung essen, wenn wir lebendige Nahrung zu uns nehmen.  Ich hatte das große Glück 2007 mit diesem interessanten Menschen ein Telefonat über mehrere Stunden führen, und ihm Löcher in den Bauch fragen zu dürfen. Er gab mir eine Menge Input zu dem Thema. Er wurde von der lichtlosen Industrie-Wissenschaft nicht nur angegriffen, sondern auch bedroht. Verständlich, denn seine Forschungen stellen viel Lichtloses in Frage, mit dem man heute noch gut Geld verdienen kann. Wie überall, wo man mit der Angst der Menschen Geld verdient, fällt auch in diesem Zusammenhang wieder das Wort Esoterik im abfälligen Kontext. Wer mag, kann sich bei einem gesunden Orangen-Ingwer-Smoothy ja mal dem Buch „Biophotonen“ von Marco Bischof widmen, das verständlich geschrieben die Thematik erklärt, und sich selbst ein Bild machen.

Wie man ein Orangen Ingwer Smoothy macht? Na, wie’s einem schmeckt:

1 Orange plus 1 Stück Ingwer nach Belieben mit einem Glas Wasser in den Mixer geben und durch mixen. Nach Gusto Zimt, Cardamon oder Nelken dazu und einen Schuss Ahornsirup oder braunen Zucker. Ist auch lecker mit einem Apfel oder einer Möhre.

Ich habe im Sommer bei citrusricus.com eine Patenschaft für einen Orangenbaum übernommen und die ganze Mannschaft futtert sich nun durch die zweite Kiste der köstlichen Orangen. Da diese nicht gespritzt sind, kann man auch die Schale mitessen. Zum Espresso ein Scheibchen Orangenschale ist ein wahrer Genuss. Die Orange bringt uns auch im Winter die Sonne näher und der ein oder andere Leser wird nach diesem Artikel das orange Wunder vielleicht ein wenig bewusster zu sich nehmen.

Ich wünsche allen orangen Licht-Genuss.

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