Zukunftsgestaltung

Wenn Menschen mit ihrem momentanen Arbeitsplatz unzufrieden sind, möchten sie weg. Das ist verständlich. Der Mensch ist aus Überlebensgründen ein Stress-Vermeider.  Es ist weit verbreitet, dem Arbeitgebern die Schuld für das eigene Unwohlsein zu geben. Den Arbeitgeber kann man aber nicht verändern. Also will man einfach nur weg.

„Weg von“ ist aber nicht „hin zu“. Wenn Sie zwar wissen, was Sie nicht wollen, aber nur einen zu geringen Bezug zu dem haben, was Sie wirklich wollen, können Sie zwar weggehen, aber Sie nehmen Ihr Unwohlsein mit. Deswegen erleben viele, dass sie ihren Arbeitsplatz hinter sich lassen, aber das Unwohlsein sich in der neuen Situation wieder einstellt.

Konstruktives Denken
mit all seinen wunderbaren Vorteilen, wird uns noch nicht wirklich beigebracht. Das aktuelle Bildungssystem ist auf die modernen Bedürfnisse der Menschen, die sich in den letzten Jahrzehnten enorm verändert haben, noch nicht eingestellt. Der Umgang mit Freiheit ist noch nicht gelernt worden. Grämen Sie sich also nicht, wenn das mit der Zukunftsgestaltung noch nicht so recht klappen will. Herauszufinden, was Sie wirklich möchten, ist ein längerer Prozess, den man mit vielen Methoden anreichern kann. Probieren Sie sich aus. Sie werden mit der Zeit heraus finden, was Ihnen am besten liegt. Also nicht gleich verzagen, wenn Sie die Frage, wo es hingehen soll, nicht gleich beantworten können. Hier ein paar Impulse:

Stärken und Schwächen
denken Sie darüber nach, was Ihre Stärken und was Ihre Schwächen sind. Was können Sie gut, was ist eher nicht so Ihr Fall. Wenn Sie eine kreative Natur sind, wird es in einer Buchhaltung schwierig für Sie. Umgekehrt werden sie sich, wenn Sie ein ordnendes und zahlenorientiertes Naturell haben, im kreativen Chaos der Künstler nicht so wohl fühlen. Wenn Sie sich gerne bewegen, wird ein Ort, an dem Sie die ganze Zeit sitzen müssen nicht gut tun, auf der anderen Seite können sich Menschen mit einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis in einem kleinen Büro wohler fühlen, als wenn sie durch die Welt jetten müssen. Fragen Sie sich: was braucht die Welt und was habe ich zu geben? Mit welchen Leuten bin ich umgeben? Was brauchen die? Welche Talente habe ich? Warum ist die Welt besser, wenn man mit mir zu tun hat? Bleiben sie nicht allein im Brauchen stecken und haben Sie keine Angst davor, zu geben. Die ewige Angst zu kurz zu kommen engt den Blickwinkel ein, verschraubt das Gesicht und führt zu Muskelverspannungen. Geben ist seliger als Nehmen, weil es die Persönlichkeit stärkt. Im Leben ist alles im Fluss. Je mehr sie verstehen, dass das, was sie geben, von anderer Stelle vielfach zu Ihnen zurück kommt, um so leichter werden Sie es haben. Wenn Sie etwas zu geben haben, dann tun Sie das aus freien Stücken, ohne Gegenleitung zu erwarten. Sie werden merken, dass Ihnen das auf Dauer gut tut.

Situationsanalyse
betrachten Sie Ihren momentanen Arbeitsplatz. ist dort wirklich alles schlecht? Verfahren sie nach dem „die Guten in Kröpfchen und die Schlechten ins Töpfchen“. Was ist gut, was ist nicht so gut, was geht gar nicht? Wenn Sie einen guten Job haben, aber Kollegen Sie nerven, testen Sie mal, was passiert, wenn sie sich sagen: ich nehme dir die Macht über meine Gefühle weg. ich allein haben Macht über meine Gefühle. Wie ist das?

Lernen
lernen Sie gerne? Je weniger Berührungsängste Sie mit dem Thema Lernen haben, um so leichter fällt Ihnen die Weiterentwicklung im Beruf oder auch eine völlige Neuorientierung. Grundsätzlich gibt es nichts, was Sie nicht lernen können. Selbst wenn Sie die Qualifikation für einen Beruf nicht haben, können Sie unter Umständen über diverse Fortbildungsmassnahmen zu dem kommen, was Sie gerne machen würden. Leider ist vielen Menschen die Lust am Lernen in der Schule abhanden gekommen. Lernen macht Spass, wenn es in einem entspannten, fröhlichen Kontext passiert. Wenn Sie da blockiert sind, hilft vielleicht ein Coaching oder ein Gespräch mit anderen. Erinnern Sie sich an die negativen Zeiten in der Schule und nehmen sie ihnen Macht über Ihre Zukunft weg. Es gibt nichts, was Sie nicht lernen können. Wichtig ist nur, dass sie über Ihre Frustrationsmauer hinaus schauen.

Das Scratchbook
Befassen Sie sich damit, was es alles gibt in der Welt. Sammeln Sie einem Scatchbook Bilder, die Sie mögen. Schauen Sie sich die Sachen nicht einfach nur im Internet an, sondern drucken und schneiden Sie sie aus. Bilder in Zeitschriften können auch gut inspirieren. Achten Sie darauf, dass Sie viele Themen berühren: Autos, schöne Häuser, Kleidung, Pflanzen, Tiere, Länder, Blumen, Speisen, Deko-Gegenstände, sammeln Sie Lieder, die Ihnen gefallen, Zitate, Kunstwerke – was immer Sie berührt. Fügen Sie auch Ihre eigenen Fotos hinzu, aber tun sie das nicht oder nicht nur online, sondern wirklich in einem Buch zum Anfassen. Besuchen z.B. Ausstellungen auch persönlich. Wo immer es möglich ist: gehen Sie hin zu dem, was Ihnen gefällt und untersuchen Sie es aus der Nähe.

Selbstwahrnehmung
ist ebenfalls etwas, was vielen Menschen abhanden kommt. Vor lauter Beschäfitgung mti dem Außen, Fernsehn, sozialen Medien und anderem Impulsgeprassel geht der Kontakt zu den eigenen Befindlichkeiten verloren. Den bekommt man aber recht einfach wieder, in dem man immer wieder innehält und sich fragt, was ist denn gerade? Gerade in bezug auf die Bilder, die Ihnne Freude machen, stellen Sie am besten die Fragen:
Wie fühlt sich das an?
Was macht mein Körper, wenn ich das anschaue?
Was tun meine Muskeln, mein Magen, mein Rücken?
Lernen Sie sich selbst kennen, indem Sie Ihre Reaktion auf bestimmte Bilder wahrnehmen. Fragen Sie sich: was genau ist es, was mich an diesem Bild inspiriert? 
Ist es die Farbe, der Gegenstand, die Komposition? Lernen Sie das, was Sie berührt genau kennen. Welche Rolle sollte das, was Sie da sehen in Ihrem Leben spielen?
Werden Sie der erste Mensch in Ihrem Leben, der Sie richtig versteht und sich Mühe gibt, sich Stück für Stück vorzuarbeiten. Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich selbst gut kennen müssen, damit Sie aus dem Angebot der Welt das heraus suchen können, was wirklich zu Ihnen passt.

Umgang mit Negativsituationen
Wenn eine aktuelle Situation negativ sind, ersetzen Sie Ihre Negativbewertung durch innere Fragen: Was fehlt mir im Moment? Wo gibt es das, was mir fehlt? Wie fühle ich mich, wenn ich das habe, was mir fehlt? Was kann ich tun, trotz der Umstände ein gutes Gefühl herzustellen? Was kann ich im Hier und Jetzt tun, um zu bekommen, was ich brauche?

Beispiel
Eine Klientin ging ihrem Chef aus dem Weg, der darauf ziemlich verschnupft reagierte. Irgendwann bekam sie eine Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung. Als sie begann, sich im Coaching zu fragen, was denn eigentlich das Problem sei, stellte sie fest, das die laute Stimme des Chefs sie über die Massen stresste und sie regelrecht vor ihm flüchtete. Der Chef erinnerte sie an einen kriegstraumatisierten Opa, der beizeiten auch zuschlug und vor dem sie als Kind unendliche Angst gehabt hatte. Sie fragte sich: was fehlt mir? Die Antwort war. Ruhe und Sicherheit! Bei der Frage, was sie tun könne, um für Ruhe zu sorgen, war die Antwort: ihn bitten, die Lautstärke zu senken, wenn er mit ihr redet. Als sie ihm das sagte, erklärte er, dass er laut sei, weil sie flüchtete und er sich darüber ärgerte. Sie erklärte ihm, dass sie flüchtete, weil er sie anschrie. Dieses Spiel hätten sie noch Jahre weiter führen können. Doch sie einigten sich. Fazit: er sprach ab sofort leiser mit ihr und sie hörte auf, ihn mit dem Opa zu verwechseln und zu flüchten. Die Situation verbesserte das Arbeitsverhältnis erheblich:-)

In diesem Fall war es einfach, eine Kündigung zu verhindern. Erfahrungsgemäss können ca. 40-50% der Arbeitsprobleme behoben werden, wenn Wünsche und Bedürfnisse geäußert werden. Natürlich können nicht alle Bedürfnisse durch die Führungskraft erfüllt werden. Manche Bedürfnisse sollten in einem guten Coaching oder einer Selbsterfahrung geklärt werden, denn Führungskräfte sind keine Coaches und keine Therapeuten. Sie können Verletzung oder Vorurteile, die ein Mitarbeiter schon mitgebracht hat, nicht ausheilen. Wer für sein eigenes Wohlbefinden Verantwortung übernimmt, wird feststellen, dass das der Weg aus der Abhängigkeit hin zu einer größeren Zufriedenheit ist.

Phantasie und Vorstellungsvermögen
sind wichtig bei der Zukuinftsgestaltung. Schließlich muss man sich die Zukunftsoptionen auch vorstellen können. Hier noch eine kleine Übung: Halten Sie die geöffneten Hände vor sich und stellen Sie sich vor, dass etwas, was sehr hilfreich sein wird, von oben in diese Hände fällt. Notieren Sie, was Ihnen spontan dazu einfällt und überlegen Sie, inwiefern das, was gerade in Ihre Hände gefallen ist hilfreich für Sie sein kann.

Als weiter Hilfestellen können Sie sich hier meine „Ist-Soll Analyse red“ herunterladen. Denken Sie über die Aspekte nach. Sie werden merken, dass viele Fragen mit der Zeit leichter zu beantworten sind.

Bitte zögern Sie nicht, mir Fragen zu stellen. Ich baue gerne die nächsten Blogs darauf auf.

 

 

Schreibe einen Kommentar